Nov 2020 | Neu Leader Projekt

Frauenpower


- Heldinnen braucht das Land –
– Gemeinsam stark für den ländlichen Raum –
Dies ist der Titel des LEADER-Projektes (*), dass der LandFrauenverband Rheinland Nassau am
vergangenen Freitag, den 09.Oktober 2020, nach einer ca. zweijährigen Vorlaufzeit und Coronabedingt nur vor geladenen Gästen, der Öffentlichkeit vorgestellt hat.
Ziel des Projektes ist die Stärkung der regionalen Identität und Kultur sowie die Verbesserung der
Lebens- und Arbeitsbedingungen für Frauen und Familien im ländlichen Raum. Für den Erhalt
lebendiger Dörfer sind Perspektiven für ein gutes Leben der Menschen im ländlichen Raum
entscheidend und dafür setzen sich seit jeher die Landfrauen ein.
Deshalb entwickelte sich die Idee, die Popularität eines Busses zu nutzen, um die wirklich wichtigen
Themen des ländlichen Raumes einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und um das Image
der Landfrauen neu zu definieren. Mit der Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr,
Landwirtschaft und Weinbau, RLP, und von 13 LEADER-Aktionsgruppen (LAG) aus dem räumlichen
Bereich der ehemaligen Regierungsbezirke Koblenz und Trier, unter der Federführung der LAG
Hunsrück, gelang es dem LandFrauenverband Rheinland Nassau, diese Idee in ein schließlich
genehmigtes LEADER-Projekt umzuwandeln.
Das zentrale Element des Projektes ist ein VW-Bus, der durch seine ausgefallene Optik auffällt,
provoziert und zu Diskussion und Austausch anregt. An öffentlichen Plätzen publikumswirksam
eingesetzt bietet er den Kreis- und Ortsverbänden eine flexible und bedarfsgerechte Nutzung und vor
Ort eine ganz eigene Bühne für Diskussions- und Gesprächsrunden. Hier können dann vor Ort
brisante Themen aufgegriffen und mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Vereinen
diskutiert werden. Es können aber auch regionale Beispiele guter Problemlösungen einer breiten
Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Die Ergebnisse dieser Gesprächsrunden werden dokumentiert und möglichst in allen Regionen der
beteiligten LAGen publiziert. Sie werden in den LEADER-Prozess eingebracht und sie bilden die
Grundlage für Schulungen ehrenamtlich motivierter Menschen im ländlichen Raum.
Der Bus und die an ihm gestalteten Diskussionsrunden werden das Image der Landfrauen neu
definieren, hoffentlich viele Frauen im ländlichen Raum motivieren, sich ehrenamtlich weiterzubilden
und zu engagieren und auch dazu beitragen, dass sich Landfrauen verstärkt in politische Gremien
einbringen.
Diese Ziele und Inhalte des Projektes „Frauenpower – Heldinnen braucht das Land“ beschrieb Rita
Lanius-Heck, die Präsidentin des LandFrauenverbandes Rheinland Nassau, in ihrer
Begrüßungsansprache.
Entgegen der üblichen Gepflogenheiten begrüßte sie zuerst die Landfrauen, die aus den 18
Kreisverbänden angereist waren, die Vizepräsidentinnen des LandFrauenverbandes Rheinland
Nassau, Gudrun Breuer und Gertrud Hoffranzen, die Präsidiumsmitglieder, die Vorsitzende des
Vereins zur Förderung der LandFrauenarbeit[…]e.V. Adelheid Epper und die Mitarbeiterinnen im
Arbeitskreis Bus. Denn dies sei der Bus und das Projekt aller Landfrauen.
Herrn Dr. Josef Derstappen, Hauptgeschäftsführer des BWV Rheinland-Nassau, dankte Frau LaniusHeck für die bedeutende Unterstützung bei der Kofinanzierung des Projektes und hieß als weiteren Vertreter des Präsidiums des BWV Herrn Dr. Zellmann sowie Herbert Netter, Referent für Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit des BWV, ebenfalls herzlich willkommen.
Auch Benjamin Purpus und Yannik Zender vom Vorstand der Landjugend wurden begrüßt.
Als Vertreterin des MWVLW, RLP, begrüßte Frau Lanius-Heck Birgitt Herz vom Referat für
europäische Strukturpolitik für den ländlichen Raum.
Achim Kistner, dem Geschäftsführer der LAG Hunsrück, dankte sie für die umfassende und sehr gute
Unterstützung und begrüßte die Vertreter weiterer LAGen, namentlich Marion Gutberlet (LAG
Raiffeisenregion), Michael Billen und Maria Riemann (LAG Bitburg-Prüm) und Dr. Sabine und
Friedrich Theunert (LAG Vulkaneifel). Von den im Landtag RLP vertretenen politischen Parteien
konnte Frau Lanius-Heck Jenny Groß (CDU) und Sven Lefkowitz (SPD) willkommen heißen.
Des Weiteren galt ein Willkommensgruß Marina Schröder vom Vorstand des Kreisverbandes MayenKoblenz, die sich bereit erklärt hatte, die Diskusssionsleitung der ersten Gesprächsrunde am Bus zu
übernehmen und Simone Bopp von der LEB (Ländliche Erwachsenenbildung).
Der Agentur etcetera aus Kastellaun, vertreten durch Nicole Scheerer und Rudi Dick, die das Layout
und die graphische Ausgestaltung des Projektes ausgeführt hat, dankte sie für ihre guten Ideen und
die hervorragende Umsetzung.
Ines Unger, der Geschäftsführerin des LandFrauenverbandes Rheinland Nassau und des Vereins zur
Förderung der LandFrauenarbeit im räumlichen Bereich der ehemaligen Regierungsbezirke Koblenz
und Trier e.V. (=Träger des Projektes) und Ingrid Pauken vom Projektmanagement sprach sie ihren
herzlichen Dank für die in den vergangenen Monaten geleistete Arbeit aus.
Auch die VerteterInnen der Presse begrüßte sie herzlich und dankte ihnen für ihr kommen.
Bevor Frau Lanius-Heck zusammen mit Frau Epper die Schleife am Bus löste und der Bus für alle
sichtbar wurde, rief sie die Landfrauen dazu auf, dem Bus nun Leben einzuhauchen und schloss mit
den Worten: „Es ist unser aller Bus, der Bus der Landfrauen Rheinland Nassau. Er lebt nur durch euch
und durch uns!“
Nach der Enthüllung des Busses fand der weitere Ablauf der Auftaktveranstaltung witterungsbedingt
in der Rotunde des BWV statt.
Birgitt Herz vom Referat für europäische Strukturpolitik für den ländlichen Raum des MWVLW, RLP,
betonte in ihrem Grußwort die Überzeugungskraft der Landfrauen, die für das Projekt gemeinsam ein
Konzept aufgebaut und ihr großes Netzwerk effektiv genutzt hätten. Sie wies außerdem auf die
Möglichkeiten von LEADER hin, Projekte zu unterstützen, die das Landleben bunt und vielfältig
machten. Des Weiteren appellierte sie an die Landfrauen, sich in die Prozessplanung für die LEADERFörderperiode 2021-2027 mit ihren Ideen zum Voranbringen des ländlichen Raumes ab sofort
einzubringen. Achim Kistner, Geschäftsführer der an der Projektentwicklung federführend beteiligten LAG
Hunsrück, stellte die Möglichkeiten vor, durch LEADER Investitionen in neue Diskussions- und
Entwicklungsformate zu fördern. Das Frauenpower-Projekt berücksichtige die LEADER-Forderungen
nach Kooperation von Wirtschafts- und Sozialpartnern und Zivilgesellschaft und sei insbesondere
durch die immense regionale Ausdehnung in den beteiligten 13 LEADER-Regionen sehr breit
aufgestellt.Die anschließende Diskussionsrunde, die von Marina Schröder, Stellvertretende Vorsitzende im
Kreisverband Mayen-Koblenz und Unternehmensberaterin, geleitet wurde, stand unter dem Thema:
„Die Zukunft gehört dem Land“.
An der Diskussion nahmen für die Landfrauen Gudrun Breuer, für die Landjugend Benjamin Purpus,
für den BWV Dr. Thorsten Zellmann, für die LAGen Achim Kistner, für die CDU Jenny Groß und für die
SPD Sven Lefkowitz teil. In dieser Diskussion, in die auch das Plenum einbezogen wurde, wurden
Ideen für die Nutzung des Busses entwickelt. Dabei wurden folgende Themen genannt:
o Digitalisierung auf dem Land,
o Infrastruktur, die ein gutes Leben auf dem Land ermöglicht (Kitas, Schulen, Krankenhäuser
etc.)
o Ernährungsbildung an den Schulen
o Wertschätzung der Arbeit von Landwirten und Winzern in den Städten
o lokale politische Themen
o Präsenz zeigen und für Irritationen und Diskussionen sorgen.

„Irritation ist gut. Mit den am Bus angesetzten Themen werden Ziele verfolgt und die Landfrauen
haben mit dem Bus auch die Deutungshoheit. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann sich das
Land weiterentwickeln“ so einer der Teilnehmer in der Diskussionsrunde.
Sichtbarkeit schaffen für Landfrauenaktivitäten ist ebenfalls ein Ansatz für die Nutzung des Busses.
Adelheid Epper, die Vorsitzende des Vereins zur Förderung der LandFrauenarbeit[…] e.V., bedankte
sich in ihrem Schlusswort bei allen, die bei der Entwicklung und bisherigen Umsetzung des Projektes
mitgearbeitet und unterstützt haben sowie bei allen, die der Auftaktveranstaltung durch ihr Kommen
einen würdigen Rahmen gegeben haben. Und auch sie betonte noch einmal das große Potenzial des
Landlebens und die Stärke der Landfrauen bei der Mitgestaltung des ländlichen Raumes.

(*) Es handelt sich um ein LEADER-Projekt, (LEADER steht für „Liaison Entre Actions de
Développement de l'Économie Rurale“ Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen
Wirtschaft) das aus Mitteln des europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des
ländlichen Raumes (ELER) und des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und
Weinbau, RLP, gefördert wird.